Branchenlösung Staubminimierung bei Isolierarbeiten

Staub ist allgegenwärtig und wird oft nicht als Gefahr für die Gesundheit wahrgenommen. Ziel der Branchenlösung ist insbesondere die Beschreibung geeigneter Maßnahmen zur Staubminimierung von A-, E- und Quarzfeinstaub bei Isolierarbeiten. 

Staub kann schwerwiegende Folgen haben. Betroffen sind Arbeitsplätze in vielen Wirtschaftsbranchen, so auch in der Bauwirtschaft und hier bei Isolierarbeiten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den Isolierarbeiten um sog. nicht-stationäre Arbeiten handelt, die dem jeweiligen Baufortschritt geschuldet sind. Auf die Belastung durch Staub insbesondere durch Tätigkeiten anderer Gewerke ist bei Isolierarbeiten hinzuweisen. 

Jeder Staub kann bei hohen Belastungen zu Erkrankungen der Atemwege führen. In der Bauwirtschaft entstehen meistens Mischstäube, die erfahrungsgemäß auch Quarzstaub enthalten. Dieser kann zur Silikose führen und auch Lungenkrebs verursachen. Die daraus resultierenden Erkrankungen treten oft erst nach Jahrzehnten auf. 

Für die Betriebe und die Beschäftigten, aber auch die Bewohner und Nutzer von Gebäuden ist Staubminimierung deshalb ein zentrales Thema. 

Im Wärme-, Kälte-, Schall- und Brandschutz, aber auch im Feuchtigkeitsschutz sowie Trocken – und Akustikbau können bei unterschiedlichen Tätigkeiten gesundheitsgefährdende Mischstäube entstehen. Bei Isolierarbeiten in Bestandsgebäuden werden die Arbeiten häufig in geschlossenen Räumen ausgeführt. Die hierbei freigesetzten Schwebstäube können eingeatmet werden und gelangen – je nach Partikelgröße – bis in die oberen Atemwege, die Bronchien oder bis in die Lungenbläschen (Alveolen). Staubpartikel, die bis in die Alveolen gelangen, können dort Monate bis Jahre verbleiben. 

Stäube aus mineralischen Baustoffen sind im Regelfall zudem quarzhaltig. Tätigkeiten mit quarzhaltigen Feinstäuben sind als krebserzeugend eingestuft. Die Staubbelastung auf Baustellen stellt somit eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr für die Beschäftigten dar und unterstreicht die Notwendigkeit einer fachkundigen Gefährdungsbeurteilung sowie die Umsetzung entsprechender Arbeitsschutzmaßnahmen. Für Tätigkeiten mit der Freisetzung quarzhaltiger Stäube gilt generell das Minimierungsgebot. Hinweise zur Umsetzung des Minimierungsgebotes sind der TRGS 559 zu entnehmen. Im Jahre 2015 wurde zudem ein Beurteilungsmaßstab von 0,05 mg/m³ für Quarzfeinstaub veröffentlicht, der bei Beurteilung der Schutzmaßnahmen zu Grunde zu legen ist. 

Im April 2014 wurden in der TRGS 900, Abs. 2.4.1 (7) die Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) für die einatembare Staubfraktion (E-Staub) mit 10 mg/m3 und für die alveolengängige Staubfraktion 
(A-Staub) mit 1,25 mg/m3 festgelegt. 

Ziel dieser Branchenlösung ist insbesondere die Beschreibung geeigneter Maßnahmen zur Staubminimierung von A-, E- und Quarzfeinstaub bei Isolierarbeiten. 

Andere Inhaltsstoffe, die staubförmig bei Isolierarbeiten frei werden können (z.B. Tätigkeiten mit sog. alten Mineralwolle-Dämmstoffen oder asbesthaltige Stäuben), sind nicht Gegenstand dieser Handlungsanleitung. Arbeitsschutzmaßnahmen für Tätigkeiten, sowohl mit „alten“ als auch „neuen“ Mineralwolle-Produkten, sind praxisgerecht in der Handlungsanleitung „Umgang mit Mineralwolle-Dämmstoffen (Glaswolle, Steinwolle)“ beschrieben, die auf der TRGS 521 basieren. (Medien und Praxishilfen der BG BAU; Abruf-Nr.: 341). 

Die Anforderungen bei Tätigkeiten mit Asbest bei Abbruch, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten), sind in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 519 beschrieben. 

Alle Beteiligten in der Isolierbranche, wie Bauherren, Auftraggeber, Planer, Architekten, Ingenieurbüros, Baustoffhersteller, Gerätehersteller sowie deren Vertrieb und Verleih, ausführende Betriebe und auch Nutzer sind daher für die Gesundheitsgefährdungen durch Stäube bei den betreffenden Tätigkeiten beim Bauen zu sensibilisieren. Wissenslücken sind zu schließen und alle Beteiligten sind zu einer umfassenden Akzeptanz und Anwendung der Maßnahmen zur Staubminimierung und deren weiteren Entwicklung anzuhalten. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg ist die Praktikabilität aller Maßnahmen. 

Die Branchenlösung Staubminimierung bei Isolierarbeiten sowie viele weitere Informationen  finden Sie auch unter https://www.staub-war-gestern.de.

Branchenlösung Staubminimierung bei Isolierarbeiten (PDF)